Varroaabfall 2014-2015

Eine Langzeitbeobachtung 2014 – 2015

Wegweisende Beobachtungen vor 10 Jahren
Von Alois Wallner, Imkermeister, Perwarth 7, 3263 Randegg

Meine Fragestellung damals war:

Ist der tägliche natürliche Varroaabfall in den Bienenvölkern als Selektionsmerkmal brauchbar?

Auf der Suche nach einem neuen Messwert für die Varroaresistenz startete ich im Juli 2014 die folgende Langzeitbeobachtung.

Wenn diese Theorie stimmt: Weniger natürlicher Abfall bedeutet weniger Gesamtmilbenabfall, dann müsste ich mit einer Langzeitbeobachtung eine geringere Varroaanfälligkeit erkennen, aber es kam ganz anders…

Zur Beobachtung wurden im Mai 2014 zwei Ableger gebildet. Die Königinnen für diese beiden Ableger stammten von einem Volk, das bereits über mehrere Jahre auf Varroaresistenz selektiert wurde.

Für die Vorbereitung der Langzeitbeobachtung beginnend Mitte Juli 2014 bildete ich zwei Brutableger mit je einer begatteten Königin von meinem besten Resistenzvolk.

Am 15. August entmilbte ich einmalig beide Ableger ganz leicht mit Ameisensäure, um den Milbenbefall einigermaßen gleichzustellen, danach wurde die Fütterung durchgeführt.

Am 24. August 2024 begann ich mit der täglichen Zählung des Milbenabfalls bis zum 13. Juli 2015, also über 323 Tage. Zur besseren Übersicht fasse ich die täglich erhobenen Zahlen monatlich zusammen mit dem durchschnittlichen täglichen Abfall pro Tag und Monat.

Die Ergebnisse monatlich:

Zusammenfassung: 323 Beobachtungstage des natürlichen Milbenabfalls brachten folgendes Gesamtergebnis:

Bei Volk A fielen in 323 Tagen 2862 Milben bei täglicher Zählung ab.
Bei Volk B fielen in 323 Tagen 3880 Milben bei täglicher Zählung ab.

Der Vergleich: Beide Königinnen der Ableger stammten vom gleichen Zuchtvolk ab. Der große Unterschied, bei Volk A fielen im gleichen Zeitraum um 1018 Milben weniger ab als bei Volk B. Nun könnte man meinen im Volk A wären auch die wenigsten Milben. Doch die Entmilbung beider Völker beginnend am 14. Juli 2015 brachte eine große Überraschung:

Das Ergebnis:

Bei Volk A fielen 3600 Milben.
Bei Volk B aber nur 1800 Milben.

Die Resistenzbeurteilung:

Allein aus dem täglichen Milbenabfall lässt sich kein sicheres Urteil über die Varroaresistenz eines Volkes fällen. Nur das Verhältnis vom täglichen Milbenabfall zum tatsächlichen Milbenbefall nach der Entmilbung gibt Aufschluss über die Varroaresistenz eines Bienenvolkes bei meiner Züchtung. Dieses Verhältnis nenne ich Varroaresistenzindex. Das heißt also, ein hoher täglicher Milbenabfall kann beides bedeuten, eine gute Varroaresistenz oder gar keine!